{"id":139,"date":"2017-07-08T12:31:42","date_gmt":"2017-07-08T10:31:42","guid":{"rendered":"http:\/\/editionandreasirle.com\/?page_id=139"},"modified":"2017-11-11T15:37:13","modified_gmt":"2017-11-11T14:37:13","slug":"t-cugel-der-schlaue","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=139","title":{"rendered":"Cugel der Schlaue"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-90 aligncenter\" src=\"http:\/\/editionandreasirle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/cugelderschlaue-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/cugelderschlaue-192x300.jpg 192w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/cugelderschlaue.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Cugel's Saga<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">USA, 1983<br \/>\n\u00dcbersetzt von Lore Strassel<br \/>\n366 Seiten<br \/>\nEdition Andreas Irle, 1999<br \/>\nISBN\u00a0 3-9804569-6-X<br \/>\n\u20ac 50,--<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Leider nicht mehr lieferbar<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">Bunderwal legte seine Pfeife zur Seite. \u00bbNun, Cugel, was haltet Ihr von Saskervoy?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEs scheint mir ein angenehmes St\u00e4dtchen zu sein, wo ein flei\u00dfiger Mann es zu etwas bringen kann.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIhr seht es richtig und genau dar\u00fcber wollte ich mich mit Euch unterhalten. Doch trinken wir zun\u00e4chst auf Euren weiterhin wachsenden Wohlstand.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIch werde auf den Wohlstand als solches trinken\u00ab, antwortete Cugel vorsichtig. \u00bbIch selbst habe mit ihm wenig Erfahrung.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWas? Mit Eurem Geschick beim Skax? Ich habe mir fast die Augen verrenkt beim Versuch, Euren schwungvollen Bewegungen zu folgen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEine t\u00f6richte Angewohnheit\u00ab, gestand Cugel. \u00bbIch muss lernen mit etwas weniger Getue zu spielen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbOh, das ist mir eigentlich egal\u00ab, sagte Bunderwal. \u00bbMir ist die Anstellung, die Soldinck zu bieten hat, weit wichtiger. Da ist es bedauerlicherweise schon zu einigen unliebsamen \u00c4nderungen gekommen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbStimmt\u00ab, brummte Cugel. \u00bbGestattet mir einen Vorschlag.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIch habe f\u00fcr neue Anregungen immer ein offenes Ohr.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDem Ladungsaufseher unterstehen sicherlich andere Posten auf der Galante. Wenn Ihr ...\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal hob eine Hand. \u00bbKein langes Hin und Her. Ich halte Euch f\u00fcr einen Mann schneller Entschl\u00fcsse. Kl\u00e4ren wir die Sache doch ein f\u00fcr allemal. Lassen wir Mandingo entscheiden, wer sich f\u00fcr die Stellung bewirbt und wer davon Abstand nimmt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel holte seine Karten hervor. \u00bbWollt Ihr Skax oder Rampolio spielen?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWeder noch\u00ab, wehrte Bunderwal ab. \u00bbWir m\u00fcssen uns auf etwas einigen, dessen Ausgang nicht von vornherein feststeht ... Seht Ihr das Glas dort, in dem Krasnark, der Wirt, seine Sphigalen h\u00e4lt?\u00ab Bunderwal deutete auf einen Beh\u00e4lter mit einer Glaswand, in dem verschiedene Krebstiere herumkrochen, die gekocht eine besondere K\u00f6stlichkeit waren. Die \u00fcbliche Sphigale war acht Zoll lang und hatte sowohl ein Paar kr\u00e4ftige Scheren als auch einen sehr beweglichen Stachelschwanz.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDiese Tiere sind von unterschiedlicher Gem\u00fctsart\u00ab, erkl\u00e4rte Bunderwal. \u00bbEinige sind schnell, andere langsam. Sucht Euch eines aus, genau wie ich es tun werde. Dann setzen wir unsere Renntiere auf den Boden. Das erste, das die gegen\u00fcberliegende Wand erreicht, gewinnt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel musterte die Sphigalen. \u00bbEs sind feurige Tiere, zweifellos.\u00ab Eine der Sphigalen \u2013 sie war rot-gelb-blau gestreift, das Blau war h\u00e4sslich, wie von verwaschener Kreide \u2013 fiel ihm besonders auf. \u00bbGut, ich habe meinen Renner ausgew\u00e4hlt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbHolt ihn mit der Greifzange heraus, aber seid vorsichtig! Sie schnappen mit den Scheren zu und stechen, wann es ihnen Spa\u00df macht.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Verstohlen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, hob Cugel seine Sphigale mit der Zange heraus und setzte sie auf die Startlinie. Bunderwal tat es ihm gleich.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal sprach zu seinem Renner: \u00bbLiebe Sphigale, lauf so schnell du kannst, meine Zukunft h\u00e4ngt von deiner F\u00e4higkeit ab! Achtung \u2013 fertig \u2013 los!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Beide M\u00e4nner hoben die Zangen und entfernten sich unauff\u00e4llig von dem Beh\u00e4lter. Die Sphigalen rannten los. Bunder-wals entdeckte die offene T\u00fcr und floh in die Nacht. Cugels suchte Zuflucht in einem von Wagmunds Stiefeln, die der Mann ausgezogen hatte, um sich die F\u00fc\u00dfe am Kamin zu w\u00e4rmen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIch erkl\u00e4re beide Teilnehmer an diesem Rennen f\u00fcr disqualifiziert\u00ab, sagte Bunderwal. \u00bbWir m\u00fcssen unser Los auf andere Weise entscheiden.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel und Bunderwal kehrten zu ihrem Tisch zur\u00fcck. Es dauerte nicht lange und Bunderwal fiel etwas Neues ein. \u00bbDie Speisen- und Getr\u00e4nkeausgabe befindet sich hinter dieser Wand, und zwar ein halbes Stockwerk tiefer. Um Zusammenst\u00f6\u00dfe zu vermeiden, steigen die Schankburschen die rechte Treppe hinunter und die linke mit den vollen Tabletts herauf. Jede wird au\u00dferhalb der \u00d6ffnungs- beziehungsweise Arbeitszeit durch ein Fallgatter verschlossen. Wie Ihr seht, werden diese Gatter durch eine Kette offengehalten. Diese Kette gleich hier bedient das Gatter der linken Treppe, auf der die Schankburschen mit Bier und anderem hochkommen. Jeder Schankbursche tr\u00e4gt eine hohe M\u00fctze, die das Haar v\u00f6llig bedeckt, um zu verhindern, dass es mit den Speisen und Getr\u00e4nken in Ber\u00fchrung kommt. Ich schlage Folgendes vor: Wir beide lassen abwechselnd das Fallgatter um ein oder zwei Kettenglieder tiefer, bis es schlie\u00dflich einem der Burschen die M\u00fctze abstreift. Wenn dies geschieht, hat der von uns verloren, der die Kette zuletzt tiefer gelassen hat. Das bedeutet, dass er jeglichen Anspruch auf die Stellung als Ladungsaufseher aufgeben muss.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel betrachtete die Kette und das Gatter, das sich damit heben und senken lie\u00df, und auch die Schankburschen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDie Burschen sind verschieden gro\u00df\u00ab, bemerkte Bunderwal, \u00bbmit etwa drei Zoll Unterschied zwischen dem kleinsten und dem gr\u00f6\u00dften. Allerdings glaube ich, dass der gr\u00f6\u00dfte etwas vorn\u00fcbergeneigt geht. Das erfordert eine ausgekl\u00fcgelte Strategie.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbZuvor m\u00fcssen wir jedoch festlegen\u00ab, forderte Cugel, \u00bbdass keiner von uns den Burschen winken, rufen oder sie auf andere Weise ablenken darf, damit der Ausgang des Spieles nicht beeinflusst wird.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEinverstanden\u00ab, erkl\u00e4rte Bunderwal sich bereit. \u00bbWir m\u00fcssen auf wahrhaft ritterliche Weise vorgehen. Um m\u00f6gliche absichtliche Verz\u00f6gerungen zu vermeiden, wollen wir au\u00dferdem gleich bestimmen, dass der erste Zug stattzufinden hat, ehe der zweite Bursche erscheint. Wenn Ihr beispielsweise das Gatter gesenkt habt und ich annehme, dass als n\u00e4chstes der gr\u00f6\u00dfte Bursche hochkommt, kann ich, brauche aber nicht zu warten, bis einer oben ist, doch dann, ehe der zweite erscheint, muss ich die Kette verl\u00e4ngern.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEine gute Regel, mit der ich einverstanden bin. Wollt Ihr den Anfang machen?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal \u00fcberlie\u00df dieses Vorrecht Cugel. \u00bbGewisserma\u00dfen seid Ihr unser Gast hier in Saskervoy, deshalb sei Euch die Ehre verg\u00f6nnt zu beginnen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbVielen Dank.\u00ab Cugel zog die Kette aus ihrer Halterung und senkte das Gatter um zwei Glieder. \u00bbNun seid Ihr an der Reihe, Bunderwal. Wenn Ihr es vorzieht, d\u00fcrft Ihr warten, bis ein Bursche hochgekommen ist. Ich werde den Vorgang beschleunigen, indem ich uns frisches Bier bestelle.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbGut. Nun muss ich gr\u00f6\u00dfte Sorgfalt walten lassen. Ich sehe schon, f\u00fcr dieses Spiel braucht man ein feines Zeitgef\u00fchl. Ich lasse nun die Kette um zwei Glieder hinab.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel wartete, bis der gr\u00f6\u00dfte Bursche, ein Tablett mit vier Bierkr\u00fcgen in der Hand, hochkam. Nach Cugels Sch\u00e4tzung war zwischen seiner M\u00fctze und dem Gatter ein Abstand von dreizehn Kettengliedern. Cugel lie\u00df die Kette um vier Glieder herunter.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbAha!\u00ab rief Bunderwal. \u00bbIhr seid k\u00fchn! Ich werde Euch beweisen, dass ich nicht weniger wagemutig bin! Weitere vier Glieder!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel kniff die Augen absch\u00e4tzend zusammen. Bei einem Senken um sechs Glieder m\u00fcsste das Gatter dem gr\u00f6\u00dften Burschen die M\u00fctze genau abstreifen. Wenn die Burschen die gleiche Reihenfolge einhielten, d\u00fcrfte der gr\u00f6\u00dfte als dritter wieder erscheinen. Cugel wartete, bis der n\u00e4chste, ein Junge mittlerer Gr\u00f6\u00dfe, vorbei war, dann senkte er die Kette um ganze f\u00fcnf Glieder.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal sog laut den Atem ein, dann jubelte er auf. \u00bbSehr schlau gefolgert, Cugel! Doch nun lasse ich das Gatter um zwei weitere Glieder hinunter. Dadurch verfehle ich den kleinsten Burschen, der gerade die Treppe hochsteigt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Der Kleine kam unter dem Gatter hindurch. Es fehlten noch etwa zwei Glieder bis zu seiner M\u00fctze. Cugel musste nun seinen Zug machen oder aufgeben. D\u00fcster senkte er das Gatter um ein Glied. Schon kam der gr\u00f6\u00dfte Bursche die Stufen hoch. Doch das Gl\u00fcck war Cugel hold. Der Bursche duckte den Kopf, um sich die Nase am \u00c4rmel abzuwischen, so gelangte er unter dem Gatter hindurch, ohne dass dies die M\u00fctze auch nur ber\u00fchrte. Jetzt war Cugel es, der triumphierte. \u00bbIhr seid dran, Bunderwal. Tut etwas, wenn Ihr Euch nicht gleich so geschlagen geben wollt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Verzweifelt lie\u00df Bunderwal ein Glied hinunter. \u00bbNun kann ich nur noch um ein Wunder beten.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Da stieg Krasnark, der Wirt, die Treppe hoch. Er war ein Mann mit grobgeschnittenem Gesicht, gr\u00f6\u00dfer als der gr\u00f6\u00dfte Schankbursche und hatte muskul\u00f6se Arme und buschige schwarze Brauen. Er trug ein Tablett mit einer Sch\u00fcssel Suppe, zwei Brath\u00e4hnchen und einem gro\u00dfen gest\u00fcrzten Wackel-pudding. Heftig schloss sein Kopf Bekanntschaft mit dem Gatter. Er st\u00fcrzte r\u00fcckw\u00e4rts die Stufen hinunter und verschwand au\u00dfer Sicht. Klirren und Krachen von zerbrechendem Geschirr und ein gewaltiger Aufschrei drangen von unten herauf.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Hastig zogen Bunderwal und Cugel das Gatter in seine urspr\u00fcngliche Stellung zur\u00fcck und setzten sich auf entferntere St\u00fchle. \u00bbNun d\u00fcrfte ich wohl als Sieger erkl\u00e4rt werden\u00ab, sagte Cugel, \u00bbda Ihr der Letzte wart, der die Kette ber\u00fchrt hat.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbKeineswegs!\u00ab widersprach Bunderwal. \u00bbBei der Wette ging es darum einem von drei Schankburschen die M\u00fctze vom Kopf zu streifen. Dazu kam es jedoch nicht, da Krasnark sich dazwischendr\u00e4ngen musste und so das Spiel unterbrach.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDa ist er!\u00ab Cugel deutete mit einem Kopfnicken. \u00bbEr mustert das Fallgatter sichtlich verwirrt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEs d\u00fcrfte nicht ratsam sein das Spiel fortzusetzen\u00ab, meinte Bunderwal. \u00bbSoweit es mich betrifft, ist es zu Ende.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNur der Sieger muss noch best\u00e4tigt werden\u00ab, beharrte Cugel. \u00bbUnd der bin ich \u2013 aus so gut wie jeder Sicht.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Davon war Bunderwal nicht zu \u00fcberzeugen. \u00bbKrasnark trug keine M\u00fctze und so kam es zu keiner Entscheidung! Gestattet, dass ich noch etwas anderes vorschlage, bei dem das Gl\u00fcck eine ausschlaggebende Rolle spielt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbAh, hier ist endlich unser Bier. Du hast aber lange damit gebraucht, Bursche!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbTut mir leid, Herr. Krasnark st\u00fcrzte die Treppe hinunter und schlug gewaltigen Krach.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNun gut, dann sei dir verziehen. Bunderwal, erkl\u00e4rt Euer neues Spiel.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEs ist so einfach, dass es mich fast verlegen macht. Die T\u00fcr dort f\u00fchrt zum Pissoir. Seht Euch in der Gaststube um und sucht einen Mann aus. Ich werde es auch tun. Wessen Erw\u00e4hlter als letzter seiner Notdurft nachgeht, gewinnt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNicht schlecht\u00ab, lobte Cugel. \u00bbHabt Ihr Eure Wahl schon getroffen?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbJa. Und Ihr?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIch w\u00e4hlte meinen sofort. Ich halte ihn f\u00fcr unschlagbar in einem Wettbewerb dieser Art. Es ist der schon etwas \u00e4ltliche Herr mit der spitzen Nase und dem verkniffenen Mund, unmittelbar links von mir. Er ist nicht gro\u00df, aber die Sparsamkeit, die er bei seinen Schlucken walten l\u00e4sst, verleiht mir Zuversicht.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbHm, keine schlechte Wahl\u00ab, gab Bunderwal zu. \u00bbZuf\u00e4llig fiel meine Wahl auf seinen Begleiter, den Herrn im grauen Umhang, der missmutig an seinem Bier nippt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel winkte einen Schankburschen herbei und fragte hinter vorgehaltener Hand, so dass Bunderwal es nicht h\u00f6ren konnte: \u00bbWeshalb lassen die beiden Herren links von mir sich soviel Zeit beim Trinken?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Der Bursche zuckte die Schultern. \u00bbWenn Ihr die Wahrheit wissen wollt: Sie trennen sich nicht gern von ihrem Geld, obgleich beide mehr als wohlhabend sind. So sitzen sie den ganzen Abend bei einem einzigen Krug unseres billigsten Gebr\u00e4us.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIn diesem Fall\u00ab, meinte Cugel, \u00bbbring dem Herrn im grauen Umhang einen gro\u00dfen Krug eures besten Bieres auf meine Rechnung, doch sag nicht, dass ich es bestellte.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWie Ihr w\u00fcnscht, Herr.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Auf einen Wink Bunderwals wandte der Schankbursche sich ihm zu und auch Bunderwal murmelte ihm etwas zu. Der Bursche verbeugte sich knapp und rannte die Treppe hin-unter. Bald darauf kehrte er mit zwei Riesenkr\u00fcgen zur\u00fcck, die er den beiden Erw\u00e4hlten vorsetzte. Nachdem der Bursche ihnen eine l\u00e4ngere Erkl\u00e4rung abgegeben hatte, nahmen sie das spendierte Bier an, waren jedoch offensichtlich \u00fcberrascht.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel gefiel die Gier gar nicht, mit der sein Mann nun trank. \u00bbIch f\u00fcrchte, ich traf eine schlechte Wahl\u00ab, klagte er. \u00bbDer Kerl s\u00e4uft, als k\u00e4me er gerade nach mehreren Tagen aus der W\u00fcste zur\u00fcck!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Auch Bunderwal war mit seinem Mann unzufrieden. \u00bbEr steckt mit seiner Nase bereits tief im Krug. Ich muss schon sagen, Cugel, Euer Trick war gemein. Es blieb mir nichts \u00fcbrig, als tief in den Beutel zu greifen, um es Euch nachzutun.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel dachte, er k\u00f6nnte seinen Mann vielleicht durch ein Gespr\u00e4ch vom Bier ablenken. So beugte er sich vor und sagte: \u00bbSeid Ihr in Saskervoy zu Hause, mein Herr?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDas bin ich\u00ab, best\u00e4tigte der Spitznasige, \u00bbund wir aus Sas-kervoy sind daf\u00fcr bekannt, dass wir Fremden in seltsamer Gewandung Misstrauen entgegenbringen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIhr seid auch f\u00fcr eure M\u00e4\u00dfigkeit bekannt\u00ab, sagte Cugel, um das Gespr\u00e4ch nicht abbrechen zu lassen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWelch Unsinn!\u00ab rief der feine Herr. \u00bbSeht Euch doch nur die G\u00e4ste hier an: Alle trinken einen Krug nach dem andern. Entschuldigt mich, ich muss es ihnen gleichtun.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbLasst Euch warnen, das hiesige Bier ist nicht unsch\u00e4dlich. Mit jedem Schluck setzt Ihr Euch der Gefahr einer Erkrankung aus.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbUnsinn! Bier reinigt das Blut! H\u00f6rt Ihr zu trinken auf, wenn Ihr Angst habt, aber lasst mich in Ruhe!\u00ab Erneut hob der Spitznasige den Krug an die Lippen und nahm einen tiefen Schluck.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Ver\u00e4rgert \u00fcber Cugels Versuch, wollte nun Bunderwal seinen Mann ablenken, indem er ihm auf die Zehen trat. Die Streitigkeiten, zu denen es dadurch gekommen w\u00e4re, h\u00e4tten bestimmt eine ordentliche Weile beansprucht. Aber Cugel war geistesgegenw\u00e4rtig und zog Bunderwal auf seinen Stuhl zur\u00fcck. \u00bbSpielt das Spiel nach sportlichen Regeln oder ich ziehe mich von diesem Wettbewerb zur\u00fcck!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEure Taktik war auch nicht gerade den Regeln entsprechend\u00ab, emp\u00f6rte sich Bunderwal.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNun denn\u00ab, sagte Cugel, \u00bbso wollen wir nicht mehr in den Lauf der Dinge eingreifen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEinverstanden, aber das w\u00e4re ohnehin nicht mehr n\u00f6tig, da Euer Mann schon Zeichen der Unruhe verr\u00e4t. Er wird sich wohl gleich erheben, in welchem Fall ich gewinne!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNicht doch! Wessen Mann als erster durch die T\u00fcr geht, hat verloren! Seht doch, Eurer steht bereits auf. Sie gehen beide gleichzeitig.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDann z\u00e4hlt jener, der die Gaststube als erster verl\u00e4sst, denn zweifellos wird er auch der erste sein, der sich erleichtert.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNein, nicht so. Wessen Mann tats\u00e4chlich als erster seine Notdurft verrichtet, ist der Verlierer.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbSo kommt. Von hier aus l\u00e4sst sich das nicht feststellen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel und Bunderwal beeilten sich ihren Erw\u00e4hlten zu folgen. Sie kamen auf den Hinterhof und zu einem beleuchteten Anbau, wo ein an der Wand befestigter Trog f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der m\u00e4nnlichen G\u00e4ste zur Verf\u00fcgung stand.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Die beiden Erw\u00e4hlten schienen in keiner gro\u00dfen Eile zu sein. Sie blieben stehen, schauten zum Sternenhimmel hoch und bemerkten zueinander, welch milde Nacht es doch war. Dann traten sie fast gleichzeitig zu dem Trog. Cugel und Bunderwal folgten zu beiden Seiten, um sich zu vergewissern.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Die zwei Herren machten sich daran, sich zu erleichtern. Cugels Mann blickte seitw\u00e4rts. Ihm fiel Cugels Interesse auf und er rief sofort ver\u00e4rgert: \u00bbEure Neugier ist unverzeihlich! Wirt! Herbei! Ruft die Nachtwache!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel versuchte zu erkl\u00e4ren. \u00bbMein Herr, Ihr verkennt die Situation! Bunderwal wird es Euch erkl\u00e4ren. Bunderwal?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Aber Bunderwal hatte sich eilig in die Gaststube zur\u00fcckgezogen. Krasnark, der Wirt, nun mit einem Verband um die Stirn, kam herbeigelaufen. \u00bbMeine Herren, bitte beruhigt euch! Meister Chernitz, habt die G\u00fcte Euch zu fassen. Was habt Ihr f\u00fcr Schwierigkeiten?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbKeine Schwierigkeiten!\u00ab entr\u00fcstete sich Chernitz. \u00bbEine Unversch\u00e4mtheit. Ich kam hierher, um mich zu erleichtern, woraufhin diese Person sich neben mich stellte und sich gar unverfroren benahm. Nat\u00fcrlich rief ich sofort nach Euch!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Sein Freund, Bunderwals Erw\u00e4hlter, sprach verkniffen. \u00bbIch kann die Anschuldigung bekr\u00e4ftigen! Diesem Burschen sollte das Haus verboten, ja, er sollte aus der Stadt gejagt werden!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Krasnark wandte sich an Cugel: \u00bbDas sind ernste Anschuldigungen! Was habt Ihr zu Eurer Verteidigung zu sagen?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbMeister Chernitz ist einem Irrtum unterlegen! Auch ich kam lediglich aus demselben Grund hierher wie er. Als ich die Wand entlangschaute, bemerkte ich meinen Freund Bunder-wal und winkte ihm zu, woraufhin Meister Chernitz aufschrie und verleumderische Verd\u00e4chtigungen ausstie\u00df! Es w\u00e4re wirklich angebracht, Ihr w\u00fcrdet diese beiden alten Baumwiesel hinauswerfen!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWas?\u00ab schrie Chernitz heftig. \u00bbIch bin ein einflussreicher Mann!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Krasnark schwang beide Arme hoch. \u00bbMeine Herren, bitte! Lasst Vernunft walten! Die Sache ist doch wahrhaftig nicht der Rede wert! Gewiss, Cugel h\u00e4tte seinem Freund nicht ausgerechnet \u00fcber den Trog hinweg zuwinken sollen. Und Meister Chernitz wiederum sollte in seinen Mutma\u00dfungen weniger argw\u00f6hnisch sein. Ich schlage vor, Meister Chernitz nimmt das Schimpfwort \u203aSittenstrolch\u2039 zur\u00fcck und Cugel seine \u203aBaumwiesel\u2039. Dann lassen wir die Angelegenheit auf sich beruhen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbSolche Schmach bin ich nicht gew\u00f6hnt\u00ab, erkl\u00e4rte Cugel. \u00bbEhe Meister Chernitz sich nicht entschuldigt, nehme ich die \u203aBaumwiesel\u2039 nicht zur\u00fcck!\u00ab Ohne ein weiteres Wort kehrte er in die Gaststube zur\u00fcck und setzte sich wieder an seinen alten Platz zu Bunderwal. \u00bbIhr habt das Pissoir ziemlich pl\u00f6tzlich verlassen\u00ab, r\u00fcgte Cugel. \u00bbIch blieb, um den Ausgang unserer Wette abzuwarten. Euer Mann verlor um einige Sekunden.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbAber nur, weil Ihr den Euren abgelenkt habt. Der Wettbewerb ist deshalb ung\u00fcltig!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Meister Chernitz und sein Freund kehrten ebenfalls zur\u00fcck. Nach einem fl\u00fcchtigen, eisigen Blick auf Cugel steckten sie die K\u00f6pfe zusammen und sprachen leisen Tones.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Auf Cugels Wink brachte ein Schankbursche frische Kr\u00fcge mit Tatterblassbier und die beiden Rivalen st\u00e4rkten sich. Nach einer kurzen Weile sagte Bunderwal: \u00bbObwohl wir uns redlich bem\u00fchten, ist unser kleines Problem immer noch nicht gel\u00f6st.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbUnd warum?\u00ab entgegnete Cugel. \u00bbWeil Spielchen dieser Art v\u00f6llig vom Zufall abh\u00e4ngig sind. Und deswegen sind sie meinem Wesen zuwider. Ich geh\u00f6re nicht zu jenen, die geduldig den Hintern hochrecken und darauf warten, dass das Schicksal ihn tritt oder streichelt. Ich bin Cugel! Furchtlos und nicht unterzukriegen; ich stelle mich unerschrocken allen Widerw\u00e4rtigkeiten! Kraft meines Willens ...\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal winkte ungeduldig ab. \u00bbSchweigt, Cugel, Eure Prahlereien reichen mir! Ihr habt zuviel Bier in Euch hineingegossen und ich denke, Ihr seid betrunken!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel starrte Bunderwal ungl\u00e4ubig an. \u00bbBetrunken? Von drei Schlucken dieses blassen Tatterblass? Ich habe schon Regenwasser getrunken, das st\u00e4rker war. Bursche! Mehr Bier! Was ist mit Euch, Bunderwal?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbIch schlie\u00dfe mich Euch gern an. Doch nun, da Ihr eine weitere Entscheidung der Gl\u00fccksg\u00f6ttin ablehnt, seid Ihr gewiss bereit Euch geschlagen zu geben?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWie kommt Ihr darauf? Lasst uns Bier trinken, Krug um Krug, w\u00e4hrend wir die Doppelkoppel tanzen. Der erste, der auf die Nase f\u00e4llt, hat verloren.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal sch\u00fcttelte den Kopf. \u00bbWir haben beide ein \u00fcberdurchschnittliches Beharrungsverm\u00f6gen und sind aus dem Stoff, aus dem Legenden gemacht werden. So k\u00f6nnte es leicht sein, dass wir die ganze Nacht hindurch tanzen, bis wir gleicherma\u00dfen ersch\u00f6pft sind und der einzige, der Gewinn davon h\u00e4tte, w\u00e4re Krasnark.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNun denn, habt Ihr einen besseren Vorschlag?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbAllerdings! Wenn Ihr nach links blicktet, w\u00fcrdet Ihr sehen, dass sowohl Chernitz als auch sein Freund eingenickt sind. Seht, wie Ihre B\u00e4rte zucken! Hier ist die Gelegenheit! Schneidet dem einen oder anderem den Bart ab und ich erkenne Euch als Sieger an!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel blickte best\u00fcrzt zu den Schlummernden. \u00bbSie schlafen keineswegs fest. Ich bin bereit das Schicksal herauszufordern, das wohl, doch keineswegs, mich von einer Klippe zu st\u00fcrzen!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNun gut\u00ab, brummte Bunderwal. \u00bbDann nehme ich die Schere. Wenn ich einen Bart abgeschnitten habe, m\u00fcsst Ihr mich als Sieger best\u00e4tigen!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Der Schankbursche brachte frisches Bier. Cugel nahm nachdenklich einen tiefen Schluck. Mit leiser Stimme sagte er: \u00bbDie Sache ist nicht so leicht, wie sie aussieht. Angenommen, ich entschiede mich f\u00fcr Chernitz. Er brauchte blo\u00df ein Auge zu \u00f6ffnen und zu fragen: \u203aCugel, weshalb schneidet Ihr mir den Bart ab?\u2039 Ich w\u00fcrde daraufhin die Strafe erleiden, die das Gericht von Saskervoy f\u00fcr ein solches Vergehen bestimmt.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDasselbe gilt f\u00fcr mich\u00ab, erinnerte ihn Bunderwal. \u00bbAber ich bin mit meinen \u00dcberlegungen einen Schritt weitergegangen. H\u00f6rt selbst: K\u00f6nnte Chernitz oder der andere Euer Gesicht oder mein Gesicht sehen, wenn kein Licht brennt?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWenn kein Licht brennt, w\u00e4re die Sache schon vorstellbarer.\u00ab Cugel nickte. \u00bbDrei Schritte bis zu ihrem Tisch, den Bart fassen, ein Schnitt mit der Schere, drei Schritte zur\u00fcck und es ist vollbracht. Und dort sehe ich den Lichthahn.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbGenau mein Gedankengang\u00ab, versicherte ihm Bunderwal. \u00bbNun denn, wer versucht es, Ihr oder ich? Ich \u00fcberlasse die Entscheidung Euch.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel nahm einen weiteren tiefen Schluck, um besser \u00fcberlegen zu k\u00f6nnen. \u00bbLasst mich die Schere f\u00fchlen ... Hm, sie ist gut geschliffen. Ich w\u00fcrde sagen, etwas wie dies muss getan werden, solange man noch in der richtigen Stimmung dazu ist.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbDann werde ich also den Lichthahn drehen\u00ab, erkl\u00e4rte Bunderwal. \u00bbSobald das Licht ausgeht, springt Ihr los und tut Euer Werk.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbWartet\u00ab, hielt Cugel ihn zur\u00fcck. \u00bbZuerst muss ich einen Bart ausw\u00e4hlen. Der von Chernitz ist sehr verlockend, aber der des anderen steht besser ab. Ah ... Also gut, ich bin bereit.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Bunderwal stand auf und schlenderte zum Hahn. Er blickte zu Cugel zur\u00fcck und nickte.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel machte sich bereit.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Die Lichter erloschen. Vom Glimmern des Feuers abgesehen, war es dunkel. Cugel hastete an den Nebentisch, packte den erw\u00e4hlten Bart, schnipste geschickt ... Einen Moment entglitt der Hahn wohl Bunderwals Griff oder vielleicht war auch nur noch etwas Z\u00fcndstoff in den Lampen, jedenfalls leuchteten sie einen Augenblick noch einmal hell auf und nunmehr starrte der jetzt bartlose Herr Cugel geradewegs in die Augen. Wieder erlosch das Licht und der Herr hatte nur noch die Erinnerung an ein langnasiges Gesicht, umrahmt von glatten schwarzen Haar, das unter einem ausgefallenen Hut hervorhing.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Verwirrt schrie der Herr: \u00bbHo! Krasnark! Schurken und Halunken sind unter uns! Wo ist mein Bart?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Ein Schankbursche tastete sich durch die Dunkelheit und drehte den Lichthahn auf. Wieder brannten die Lampen hell.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Krasnark, dem der Verband verrutscht war, st\u00fcrmte herbei, um nach dem Rechten zu sehen. Der Entb\u00e4rtete deutete auf Cugel, der sich auf seinen Stuhl zur\u00fcckgelehnt und die Hand schlaff um den Krug gelegt hatte, als schliefe er. \u00bbDort sitzt der Misset\u00e4ter! Ich sah, wie er mir w\u00f6lfisch grinsend den Bart abschnitt!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Emp\u00f6rt rief Cugel: \u00bbEr redet irr! Achtet nicht auf ihn. Ich sa\u00df hier, unbeweglich wie ein Fels, w\u00e4hrend sein Bart gestutzt wurde. Das Bier hat wohl seine Sinne benebelt!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbUnversch\u00e4mtheit! Ich habe Euch mit beiden Augen gesehen!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Im Tonfall des schuldlos Verd\u00e4chtigten sagte Cugel: \u00bbWes-halb sollte ich Euch den Bart nehmen? Hat er \u00fcberhaupt einen Wert? Durchsucht mich, wenn Ihr wollt! Ihr werdet nicht ein H\u00e4rchen finden!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0H\u00f6rbar verwirrt sagte Krasnark: \u00bbCugels Worte klingen vern\u00fcnftig! Wirklich, warum sollte er Euch den Bart abschneiden?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Der Herr, mit nun vor Wut tiefrotem Gesicht, schrie: \u00bbWarum sollte \u00fcberhaupt jemand meinen Bart abschneiden? Trotzdem fehlt er! Seht selbst!\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Krasnark sch\u00fcttelte den Kopf und drehte sich um. \u00bbDas geht \u00fcber mein Vorstellungsverm\u00f6gen! Bursche, bring Meister Mercantides einen Krug gutes Tatterblass zur Beruhigung seiner Nerven. Er braucht daf\u00fcr nicht zu bezahlen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Cugel wandte sich an Bunderwal. \u00bbEs ist vollbracht.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbEs ist vollbracht\u00ab, best\u00e4tigte Bunderwal gro\u00dfm\u00fctig. \u00bbIhr seid der Sieger. Morgen Mittag gehen wir gemeinsam ins Kontor von Soldinck und Mercantides, dort werde ich Euch f\u00fcr den Posten des Ladungsaufsehers vorschlagen.\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bb\u203aMercantides\u2039\u00ab, \u00fcberlegte Cugel. \u00bbNannte Krasnark nicht den Herrn so, dessen Bart ich abschnitt?\u00ab<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0\u00bbNun, da Ihr es erw\u00e4hnt, glaube ich, das war der Name\u00ab, best\u00e4tigte Bunderwal.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Wagmund, der auf der anderen Seite sa\u00df, g\u00e4hnte laut. \u00bbIch habe genug der Aufregung f\u00fcr einen Abend! Ich bin m\u00fcde und angenehm schl\u00e4frig. Meine F\u00fc\u00dfe sind warm und die Stiefel inzwischen gewiss trocken. Es wird Zeit, dass ich nach Hause gehe. Wo sind meine Stiefel ...\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cugel's Saga USA, 1983 \u00dcbersetzt von Lore Strassel 366 Seiten Edition Andreas Irle, 1999 ISBN\u00a0 3-9804569-6-X \u20ac 50,-- Leider nicht mehr lieferbar Bunderwal legte seine Pfeife zur Seite. \u00bbNun, Cugel, was haltet Ihr von Saskervoy?\u00ab \u00a0\u00bbEs scheint mir ein angenehmes St\u00e4dtchen zu sein, wo ein flei\u00dfiger Mann es zu etwas bringen kann.\u00ab \u00a0\u00bbIhr seht es richtig und genau dar\u00fcber wollte&nbsp;<a href=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=139\" class=\"read-more\">Weiter lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":369,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-139","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":481,"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/139\/revisions\/481"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/editionandreasirle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}