{"id":144,"date":"2017-07-08T12:31:03","date_gmt":"2017-07-08T10:31:03","guid":{"rendered":"http:\/\/editionandreasirle.com\/?page_id=144"},"modified":"2017-11-11T15:30:27","modified_gmt":"2017-11-11T14:30:27","slug":"t-sternenkoenig-der","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=144","title":{"rendered":"Der Sternenk\u00f6nig"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-115 aligncenter\" src=\"http:\/\/editionandreasirle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sternenkoenig-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sternenkoenig-192x300.jpg 192w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sternenkoenig-768x1203.jpg 768w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sternenkoenig-654x1024.jpg 654w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sternenkoenig.jpg 819w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">The Star King<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">USA, 1964<br \/>\n\u00dcbersetzt von Andreas Irle<br \/>\n218 Seiten<br \/>\nEdition Andreas Irle, 2000<br \/>\nISBN\u00a0 3-9804569-7-8<br \/>\n\u20ac 50,--<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Leider nicht mehr lieferbar<\/span><\/p>\n<p>Gersen blickte nach rechts, nach links, dann starrte er. Zwei Tische entfernt sa\u00df Suthiro, der Sarkoy-Venefize. Gersen wurde es flau in der Magengegend. Gersens Augen treffend, nickte Suthiro h\u00f6flich, l\u00e4chelte. Er erhob sich, schlenderte zum Tisch her\u00fcber.<br \/>\n\u00bbGuten Abend, Herr Gersen.\u00ab<br \/>\n\u00bbGuten Abend\u00ab, sagte Gersen.<br \/>\n\u00bbDarf ich mich zu\u00a0 Ihnen gesellen?\u00ab<br \/>\n\u00bbIch w\u00fcrde vorziehen, nicht.\u00ab<br \/>\nSuthiro lachte ged\u00e4mpft, setzte sich, neigte seinen Fuchskopf Pallis zu. \u00bbUnd diese junge Dame \u2013 wollen Sie mich nicht vorstellen\u00ab<br \/>\n\u00bbSie wissen bereits, wer sie ist.\u00ab<br \/>\n\u00bbAber sie kennt mich nicht.\u00ab<br \/>\nGersen wandte sich an Pallis. \u00bbHier sehen Sie Skop Suthiro, Meister-Venefize von Sarkovy. Sie dr\u00fcckten Ihr Interesse an b\u00f6sen M\u00e4nnern aus, hier haben Sie einen solch vollkommen b\u00f6sen Mann, wie Sie ihn wahrscheinlich nur selten sehen k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\nSuthiro lachte in ungezwungener Freude. \u00bbHerr Gersen benutzt klugerweise das Wort \u203awahrscheinlich\u2039. Gewisse meiner Freunde \u00fcbertreffen mich in dem Ma\u00dfe, wie ich Sie \u00fcbertreffe. Ich hoffe in der Tat, dass Sie ihnen nicht begegnen. Hildemar Dasce, zum Beispiel, der mit seiner F\u00e4higkeit prahlt, Hunde mit einem Blick zu paralysieren.\u00ab<br \/>\nPallis Stimme war beunruhigt: \u00bbIch w\u00fcrde ihm lieber nicht begegnen.\u00ab Sie starrte Suthiro fasziniert an. \u00bbSie geben wirklich zu \u2013 dass Sie b\u00f6se sind?\u00ab<br \/>\nWieder lachte Suthiro, ein leises, ged\u00e4mpftes Ger\u00e4usch. \u00bbIch bin ein Mensch, ich bin ein Sarkoy.\u00ab<br \/>\nGersen sagte: \u00bbIch schildere Fr\u00e4ulein Atwrode gerade unsere Begegnung in Smades Taverne. Sagen Sie mir etwas: Wer t\u00f6tete Lugo Teehalt?\u00ab<br \/>\nSuthiro schien \u00fcberrascht. \u00bbMalagate, wer sonst? Wir drei sa\u00dfen drinnen. Macht es einen Unterschied? Es h\u00e4tte genausogut ich sein k\u00f6nnen oder der Sch\u00f6ne oder Tristano ... Tristano, \u00fcbrigens, geht es recht \u00fcbel. Er hat einen furchtbaren Unfall erlitten, hofft Sie jedoch nach der Genesung zu sehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbEr kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen\u00ab, sagte Gersen.<br \/>\n\u00bbEr ist besch\u00e4mt\u00ab, sagte Suthiro. \u00bbEr h\u00e4lt sich f\u00fcr gewandt. Ich habe ihm gesagt, er ist nicht so gewandt wie ich. Nun, m\u00f6glicherweise, glaubt er es.\u00ab<br \/>\n\u00bbDa wir von Gewandtheit sprechen\u00ab, sagte Gersen, \u00bbbeherrschen Sie den Papiertrick?\u00ab<br \/>\nSuthiro nickte seitw\u00e4rts mit dem Kopf. \u00bbJa, nat\u00fcrlich. Wo haben sie vom Papiertrick erfahren?\u00ab<br \/>\n\u00bbIn Kalvaing.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd was hat Sie nach Kalvaing gef\u00fchrt?\u00ab<br \/>\n\u00bbEin Besuch bei Coudirou dem Venefizen.\u00ab<br \/>\nSuthiro sch\u00fcrzte seine dicken roten Lippen. Er trug einen gelben Hautton, sein brauner Pelz war glatt und gl\u00e4nzte vor \u00d6l. \u00bbCoudirou ist so weise wie jeder andere \u2013 aber was den Papiertrick anbelangt ...\u00ab Gersen reichte ihm eine Serviette. Suthiro lie\u00df sie zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand hinabh\u00e4ngen, schlug sie mit der rechten Hand leicht an. Sie fiel in f\u00fcnf Streifen auf den Tisch.<br \/>\n\u00bbWohl getan\u00ab, sagte Gersen, und zu Pallis: \u00bbSeine Fingern\u00e4gel sind geh\u00e4rtet, scharf wie Rasiermesser. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde er kein Gift an das Papier verschwenden, aber jeder seiner Finger ist wie der Kopf einer Schlange.\u00ab<br \/>\nSuthiro stimmte selbstgef\u00e4llig zu.<br \/>\nGersen wandte sich wieder ihm zu. \u00bbWo ist Ihr Freund, der Schicke Dasce?\u00ab<br \/>\n\u00bbNicht allzu weit entfernt.\u00ab<br \/>\n\u00bbMit rotem Gesicht und allem?\u00ab<br \/>\nSuthiro sch\u00fcttelte bedauernd seinen Kopf ob Dasces schlechtem Geschmack bei der Hautt\u00f6nung. \u00bbEin sehr f\u00e4higer, sehr seltsamer Mann. Haben Sie sich je \u00fcber sein Gesicht gewundert?\u00ab<br \/>\n\u00bbWenn ich ertragen konnt es anzusehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbSie sind nicht mein Freund, Sie haben mich sch\u00f6n ausgetrickst. Nichtsdestoweniger will ich Sie warnen: Kommen Sie dem Schicken Dasce nicht in die Quere. Vor zwanzig Jahren hat man ihm eine kleine Eskapade durchkreuzt. Es war eine Angelegenheit des Einsammelns von Geld von einem halsstarrigen Mann. Durch Zufall fand sich Hildemar im Nachteil. Er wurde niedergeschlagen und an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen festgeschnallt. So hatte sein Gl\u00e4ubiger den schlechten Geschmack Hildemars Nase zu spalten und seine Augenlider abzuschneiden ... Hildemar entkam schlie\u00dflich und ist nun als der Sch\u00f6ne Dasce oder der Schicke Dasce bekannt.\u00ab<br \/>\n\u00bbWie schrecklich\u00ab, murmelte Pallis.<br \/>\n\u00bbGenau.\u00ab Suthiros Stimme wurde ver\u00e4chtlich. \u00bbEin Jahr sp\u00e4ter erlaubte sich Hildemar den Luxus diesen Mann gefangen zu nehmen. Er brachte ihn zu einem privaten Ort, wo er bis zum heutigen Tage lebt. Und gelegentlich, wenn er an die Gewalttat denkt, die ihm seine Z\u00fcge gekostet hat, kehrt er an diesen privaten Ort zur\u00fcck, um dem Mann Vorhaltungen zu machen.\u00ab<br \/>\nPallis wandte sich mit glasigen Augen an Gersen. \u00bbDiese Leute sind Ihre Freunde?\u00ab<br \/>\n\u00bbNein. Wir sind lediglich durch Lugo Teehalt verbunden.\u00ab Suthiro blickte die Esplanade entlang. Gersen fragte m\u00fc\u00dfig: \u00bbArbeiten und trainieren Sie, Dasce und Tristano zusammen?\u00ab<br \/>\n\u00bbH\u00e4ufig, obgleich ich f\u00fcr meinen Teil einen singul\u00e4ren Spielraum bevorzuge.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd Lugo Teehalt hatte in Brinktown das Ungl\u00fcck in Sie hineinzustolpern.\u00ab<br \/>\n\u00bbEr starb schnell. Godogma bekommt alle Menschen. Ist das Ungl\u00fcck?\u00ab<br \/>\n\u00bbMan treibt Godogma nicht gerne an.\u00ab<br \/>\n\u00bbWie wahr.\u00ab Suthiro musterte seine starken, flinken H\u00e4nde. \u00bbEinverstanden.\u00ab Er blickte in Richtung Pallis. \u00bbAuf Sarkovy haben wir tausend beliebte Aphorismen in diesem Sinne.\u00ab<br \/>\n\u00bbWer ist Godogma?\u00ab<br \/>\n\u00bbDer Gro\u00dfe Gott des Schicksals, mit Blume und Dreschflegel, der auf R\u00e4dern geht.\u00ab<br \/>\nGersen nahm eine Miene gelehrsamer Versammlung an. \u00bbIch m\u00f6chte Ihnen eine Frage stellen. Sie m\u00fcssen nicht antworten, vielleicht wissen Sie auch nichts dar\u00fcber. Aber ich frage mich: Weshalb sollte Malagate, ein Sternenk\u00f6nig, diese besondere Welt so vehement f\u00fcr sich wollen?\u00ab<br \/>\nSuthiro zuckte mit den Schultern. \u00bbDas ist eine Angelegenheit, mit der ich mich nie befasst habe. Offensichtlich ist die Welt wertvoll. Ich werde bezahlt. Ich t\u00f6te nur, wenn ich muss oder wenn es mir von Nutzen ist \u2013 also verstehen Sie\u00ab, sagte er beil\u00e4ufig zu Pallis, \u00bbich bin nicht wirklich ein so b\u00f6ser Mensch, nicht wahr? Alsbald werde ich nach Sarkovy zur\u00fcckkehren und meine Tage damit verbringen, die Gorobundursteppe zu durchwandern. Ah, bald! Das ist das Leben! Wenn ich an diese bevorstehenden Zeiten denke, wundere ich mich, weshalb ich hier sitze, neben dieser abscheulichen N\u00e4sse.\u00ab Er schnitt eine Grimasse in Richtung der See und erhob sich. \u00bbEs ist eine Anma\u00dfung Ihnen einen Rat zu geben, aber weshalb nicht vern\u00fcnftig sein? Sie k\u00f6nnen Malagate niemals besiegen, deshalb treten Sie das Filament besser ab.\u00ab<br \/>\nGersen dachte einen Augenblick lang nach, dann sagte er: \u00bbIch will mich ebenso anma\u00dfen, im gleichen Geiste, der Sie dazu veranlasst hat. Mein Rat ist dies: T\u00f6ten Sie Hildemar Dasce in dem Augenblick, in dem Sie ihn sehen oder besser noch vorher.\u00ab<br \/>\nSuthiro zog seine pelzigen braunen Augenbrauen in Verwunderung zusammen und blickte f\u00fcr den fl\u00fcchtigsten aller Momente nach oben.<br \/>\nGersen fuhr fort. \u00bbEin Ankleber beobachtet uns, obgleich ich ihn nicht ausfindig gemacht habe. Sein Mikrophon hat unsere Unterhaltung wahrscheinlich registriert. Bis Sie es mir gesagt haben, hatte ich keine Ahnung, dass der Sternenk\u00f6nig in Samdes Taverne Malagate war. Das ist interessant. Ich glaube nicht, dass dies allgemein bekannt ist.\u00ab<br \/>\n\u00bbStill!\u00ab zischte Suthiro, seine Augen loderten in unvermittelt rotem Zorn.<br \/>\nGersen senkte seine Stimme. \u00bbHildemar Dasce wird sehr wahrscheinlich gebeten werden Sie zu erledigen. Wenn Sie Godogma zuvorkommen wollen, wenn Sie Ihren Wagen \u00fcber die Gorobundursteppe f\u00fchren wollen \u2013 t\u00f6ten Sie Dasce und gehen Sie.\u00ab<br \/>\nSuthiro zischte etwas in seinen Bart, zuckte mit seiner Hand, als wolle er etwas werfen, wich dann zur\u00fcck, wandte sich um, verschmolz mit der Menschenmenge.<br \/>\nPallis entspannte sich, sank auf ihrem Stuhl zusammen. In einem unsicheren Ton sagte sie: \u00bbIch bin nicht so abenteuerlustig wie ich dachte.\u00ab<br \/>\n\u00bbEs tut mir Leid\u00ab, sagte Gersen aufrichtig zerknirscht. \u00bbIch h\u00e4tte Sie nicht bitten sollen mit mir auszugehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbNein, nein. Ich kann mich nur nicht an diese Art der Rede gew\u00f6hnen, hier auf der Esplanade, im friedvollen Avente. Aber ich glaube, eigentlich habe ich es genossen. Wenn Sie kein Krimineller sind, wer oder was sind sind Sie dann?\u00ab<br \/>\n\u00bbKirth Gersen.\u00ab<br \/>\n\u00bbSie m\u00fcssen f\u00fcr die IPCC arbeiten.\u00ab<br \/>\n\u00bbNein.\u00ab<br \/>\n\u00bbDann sind Sie im Spezialkomitee des Intituts.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch bin nur Kirth Gersen, Privatperson.\u00ab Er erhob sich. \u00bbLassen Sie uns ein wenig spazieren gehen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Star King USA, 1964 \u00dcbersetzt von Andreas Irle 218 Seiten Edition Andreas Irle, 2000 ISBN\u00a0 3-9804569-7-8 \u20ac 50,-- Leider nicht mehr lieferbar Gersen blickte nach rechts, nach links, dann starrte er. Zwei Tische entfernt sa\u00df Suthiro, der Sarkoy-Venefize. Gersen wurde es flau in der Magengegend. Gersens Augen treffend, nickte Suthiro h\u00f6flich, l\u00e4chelte. 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