{"id":763,"date":"2019-04-20T14:05:44","date_gmt":"2019-04-20T12:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=763"},"modified":"2019-04-20T14:05:44","modified_gmt":"2019-04-20T12:05:44","slug":"die-fuenf-goldenen-baender","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=763","title":{"rendered":"Die f\u00fcnf goldenen B\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-766\" src=\"http:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/fgb-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/fgb-193x300.jpg 193w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/fgb-768x1191.jpg 768w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/fgb-660x1024.jpg 660w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/fgb.jpg 1494w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">The Rapparee<br \/>\nJack Vance, 1950, 1953<br \/>\n\u00dcbersetzt von Andreas Irle<br \/>\n154 Seiten<br \/>\nEdition Andreas Irle, 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ISBN-13 978-3-936922-34-9<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Preis: \u20ac 50,--<\/p>\n<p>Paddy seufzte. Fay meinte: \u00bbDu bist so clever nicht. Du wolltest mir ja nicht glauben, als ich gesagt habe, der Punkt sei nicht auf der Klippe, sondern an deren Basis.\u00ab<br \/>\nPaddy stand der Sinn nach Streit. \u00bbWie k\u00f6nnte das sein? Das Heilige Zeichen war da, genau wie es auf dem Fragment stand.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnsinn\u00ab, versetzte Fay. \u00bbDu wirst schon sehen.\u00ab<br \/>\nIhr Boot war unangetastet. Sie krochen hinein, versiegelten das Luk. Sie stieg auf den Pilotensitz. \u00bbDu h\u00e4ltst Ausschau.\u00ab<br \/>\nSie lie\u00df das Boot aufsteigen, vom Plateau schweben und es unter das Gas sinken, das sich leuchtendgelb durch das Beobachtungsfenster zeigte.<br \/>\n\u00bbDie Farbe stammt von schwebendem Staub\u00ab, erkl\u00e4rte Fay spontan. \u00bbDas Gas ist dicht, und der Staub sucht sich die Ebene seines eigenen spezifischen Gewichts und bleibt dort ewig schweben. Etwas weiter unten wird das Gas klar \u2013 wenigsten wurde es mir so berichtet.\u00ab<br \/>\n\u00bbWoraus setzt sich das Gas zusammen\u00ab, erkundigte sich Paddy. \u00bbIst das \u00fcberhaupt bekannt?\u00ab<br \/>\n\u00bbNeon-Kryptonit.\u00ab<br \/>\n\u00bbEine seltsame Paarung\u00ab, bemerkte er.<br \/>\n\u00bbEs ist ein seltsames Gas\u00ab, entgegnete Fay scharfz\u00fcngig.<br \/>\nNun lie\u00df sie das Boot fallen. Der sonnendurchflutete Staub verschwand, und sie erblickten eine wunderbare neue Landschaft. Es glich nichts, was sie beide jemals zuvor gesehen hatten und nichts, was sie sich h\u00e4tten vorstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas gelbe Licht von Alpheratz war mit einem altgoldenen \u00dcberzug get\u00f6nt, einem lohfarbenen Schein, der die Landschaft in ein unwirkliches dunstiges M\u00e4rchenland verwandelte. Unter ihnen befand sich ein breites Tal mit H\u00fcgeln und Senken, welche in der goldenen D\u00fcsternis verschwanden. Zur Linken t\u00fcrmte sich die gro\u00dfe Klippe von Kolkhorit auf, bis sie oben au\u00dfer Sicht geriet. Fay folgte der Klippe, bis sie die Oberfl\u00e4che durchbrach und lie\u00df das Boot wieder fallen.<br \/>\n\u00bbDort ist das Nordkap\u00ab, zeigte sie. \u00bbUnd da das kleine Plateau \u2013 das ist genau der richtige Ort.\u00ab<br \/>\nPaddy erwiderte mit ged\u00e4mpfter Stimme: \u00bbJa, bei allem, was heilig ist, du scheinst dieses eine Mal recht zu behalten.\u00ab<br \/>\n\u00bbSchau!\u00ab, rief Fay. \u00bbSiehst du dieses Ding, das aussieht wie eine Sonnenuhr? Das ist es, was wir suchen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fuchsteufelswild, bange und frustriert kehrte Paddy in die Quartiere der Dienerschaft zur\u00fcck. Er legte die Portierskleidung ab und suchte sich den Weg zu den Baracken. Der Oberverwalter stand neben seiner Schlafwanne.<br \/>\n<em>\u00bbDa <\/em>sind Sie also! Hierher, Beeilung! Die Er\u00f6ffnung hat stattgefunden und Sie sind jetzt an der Reihe. Holen Sie Ihre Ausstattung.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch brauche nur ein Kartenspiel\u00ab, erwiderte Paddy m\u00fcde. Wie sollte er es Fay beibringen? Sie, die von seiner Findigkeit und Cleverness abhing \u2026 Sie mussten verschwinden. Sobald der Berater auf Seite 100 stie\u00df, w\u00fcrde er nach dem Oberverwalter schicken und sich nach dem merkw\u00fcrdigen literarisch gebildeten Portier erkundigen.<br \/>\nPaddy sagte zu dem Verwalter: \u00bbIch glaube, ich spreche zun\u00e4chst mit meiner Frau.\u00ab<br \/>\n\u00bbGehen sie dort <em>hinein!<\/em>\u00ab, schrie der Verwalter. \u00bbBevor ich Sie hineinpr\u00fcgele! Sie werden Ihre Frau zur angemessenen Zeit sprechen k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\nDer Ausgang war versperrt. Niedergeschlagen folgte Paddy dem Verwalter. Jeden Augenblick konnte das Furore ausbrechen. Ah ja, dachte Paddy, der Tod ereilt alle Menschen. Vielleicht hatte der Berater das Buch auch lediglich wieder zur\u00fcckgestellt.<br \/>\nHoffnungsvoller folgte er dem Verwalter eine Rampe hinauf in ein Vorzimmer zur Schaub\u00fchne. Der Verwalter gab ihn in die Obhut eines Badaus in roter und gr\u00fcner Tunika. \u00bbHier ist er \u2013 der Magier. Ich musste das gesamte Geb\u00e4ude nach ihm absuchen.\u00ab<br \/>\nDer uniformierte Badau inspizierte Paddy scharf. \u00bbWo ist Ihre Ausstattung?\u00ab<br \/>\n\u00bbGeben Sie mir einfach ein Kartenspiel\u00ab, entgegnete Paddy. \u00bbDas ist alles, was ich im Moment brauche.\u00ab<br \/>\n\u00bbIm Regal dort. Jetzt passen Sie gut auf. Sie sind nach der gegenw\u00e4rtigen Darbietung an der Reihe. Treten Sie auf die B\u00fchne; verbeugen Sie sich vor den Speisenden. Sehen sie zu, dass Ihr Humor, falls Sie Gebrauch davon machen, von kultivierter Natur ist; die Lords sitzen beim Mahl. Verbeugen Sie sich, bevor Sie die B\u00fchne verlassen. Betragen Sie sich mit \u00e4u\u00dferstem Respekt. Das hier ist keine schmierige Taverne auf der Erde.\u00ab<br \/>\nPaddy nickte, stellte sich neben den Zugang zur B\u00fchne, auf der eine irdische Frau einen exotischen Tanz vorf\u00fchrte. Die Musik drang aus einem Gitterband, welches um die B\u00fchne herum verlief \u2013, eine Musik von einer Stimmung, so warm und bezaubernd wie der Tanz selbst.<br \/>\nDas Badau-Publikum war aufmerksam, gespannt. Verdammte Satyrn, dachte Paddy und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Tanz mit sich windenden, posierenden Drehbewegungen. Das M\u00e4dchen trug einen goldenen Stringtanga \u00fcber den schlanken, aber reifen H\u00fcften, eine Schulterbluse aus Gaze und einen hohen, pagoden\u00e4hnlichen Kopfschmuck. Es war so geschmeidig wie flie\u00dfendes Wasser. Seine Bewegungen waren die Pulsfrequenz steigend lassende Versprechen der Freude.<br \/>\nDie Musik wurde lauter und leiser, wurde melodi\u00f6s, pikant, sanft und im Takt schneller bis zum H\u00f6hepunkt. Sich verflechtende Arme, Anheben des geschmeidigen lieblichen Torsos, Biegen der runden Beine, Zusammensinken in einem Knicks und Abgang von der B\u00fchne.<br \/>\n<em>\u00bbPuh!\u00ab<\/em>, sagte Paddy mit glitzernden Augen. \u00bbDas w\u00e4re eine gute Schiffsgenossin f\u00fcr mich; da w\u00fcrde ich sogar die maevischen Frauen vergessen.\u00ab<br \/>\n\u00bbMagier Schwarz enth\u00fcllt antike Geheimnisse und Mysterien der Erde\u00ab, k\u00fcndigte eine Stimme den Zuschauern an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>The Five Gold Bands<\/em>: ein fr\u00fcher Roman Jack Vances, der in der Vance Integral Edition unter dem Titel <em>The Rapparee <\/em>erschien, was so viel hei\u00dft wie \u201eirischer Bandit\u201c. Und das ist Patrick Delorcy Blackthorn nun einmal, ein Ire und ein Bandit. Und h\u00e4tte er seine kongeniale Partnerin Fay Bursill nicht, w\u00e4re Paddy aufgeschmissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Rapparee Jack Vance, 1950, 1953 \u00dcbersetzt von Andreas Irle 154 Seiten Edition Andreas Irle, 2019 ISBN-13 978-3-936922-34-9 \u00a0Preis: \u20ac 50,-- Paddy seufzte. Fay meinte: \u00bbDu bist so clever nicht. 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