{"id":905,"date":"2023-02-20T19:00:23","date_gmt":"2023-02-20T18:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=905"},"modified":"2023-02-20T19:02:51","modified_gmt":"2023-02-20T18:02:51","slug":"araminta-station","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/editionandreasirle.de\/?page_id=905","title":{"rendered":"Araminta-Station"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"197\" height=\"300\" src=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-197x300.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-885\" srcset=\"https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-197x300.jpeg 197w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-671x1024.jpeg 671w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-768x1172.jpeg 768w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-1006x1536.jpeg 1006w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-1342x2048.jpeg 1342w, https:\/\/editionandreasirle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Araminta-Station-scaled.jpeg 1677w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Araminta Station<br>Jack Vance, 1987<br>\u00dcbersetzt von Andreas Irle<br>681 Seiten<br>Edition Andreas Irle, 2022<br>ISBN-13 978-3-936922-37-0<br>Preis: \u20ac 60,--<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden \u00f6ffneten die T\u00fcr und traten hinaus auf die Plattform. Der Himmel flimmerte von den Fl\u00fcgeln von Millionen Schmetterlingen, die aus allen Teilen Deucas\u2019 eintrafen. Das Flattern der Fl\u00fcgel erzeugte ein tiefes, nahezu nicht vernehmbares Summen; die Luft war schwer von einem gehaltvollen s\u00fc\u00dfen Geruch. Sie kamen in Scharen und Schw\u00e4rmen von markanten Farben: Scharlachrot und Blau, schillernd Gr\u00fcn, Zitronengelb und Schwarz, Purpurn, Lavendelfarben, Wei\u00df und Blau, Lila und Rot. Sie flogen schr\u00e4g zur Wiese hinab, um herumzuwirbeln und zu kreisen, wobei sie h\u00e4ufig durch einen weiteren Schwarm von anderer Art flatterten und dadurch etwas schufen, was wie zuvor unbekannte Farben von erstaunlich pointillistischer Brillanz wirkte.<br>Nachdem sie herumgeschwirrt und gekreist waren, lie\u00df sich jeder der Schw\u00e4rme in dem Baum nieder, der f\u00fcr seine Art vorgesehen war. Gleichzeitig warfen sie die Fl\u00fcgel ab, lie\u00dfen es unterhalb des Baums bunt schneien und verliehen der Wiese so ein kurioses schrilles Aussehen.<br>Die Schmetterlinge, nun f\u00fcnf Zentimeter gro\u00dfe Larven, gleichm\u00e4\u00dfig hellgrau, mit sechs starken Beinen und hornigen Mandibeln, liefen den Baumstamm hinab zum Boden und wuselten mit H\u00f6chstgeschwindigkeit in Richtung Meer.*<\/p>\n\n\n\n<p>Glawen und Sessily nahmen langstielige Netze und Tr\u00f6ge aus dem Flieger, und Glawen, der an Chilkes Bemerkungen dachte, steckte sich die Pistole in den G\u00fcrtel.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie fragte r\u00e4tselnd: \u00bbWozu die Pistole? Es gibt gen\u00fcgend herumliegende Fl\u00fcgel; du musst keine Schmetterlinge schie\u00dfen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er erwiderte: \u00bbEs ist eines der ersten Dinge, die mich mein Vater gelehrt hat: Gehe nicht einen Meter ohne Waffe in die Wildnis.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>* Der Lebenszyklus des Schmetterlings ist von betr\u00e4chtlichem Interesse. Nachdem er die Fl\u00fcgel abgeworfen hat, bricht er zur See auf, doch nicht ohne unterwegs Abenteuer zu bestehen. Zun\u00e4chst m\u00fcssen die Larven einen Meter zwanzig hohe H\u00fcgel aus verfestigter Erde \u00fcberwinden, denen Gruppen von Kriegerinsekten entstr\u00f6men, um die Larven zu packen oder zu t\u00f6ten und mit sich in den H\u00fcgel zu nehmen. Die Larven sind weder hilflos noch leicht zu besiegen; mittels Strahlen von Tinte blenden sie zun\u00e4chst ihre Feinde, dann knipsen sie ihnen die K\u00f6pfe ab und laufen weiter. Auf der gesamten Wiese toben wilde Schlachten, w\u00e4hrend die Horden der ehemaligen Schmetterlinge achtlos vor\u00fcbermarschieren.<br>Sobald sie den Strand erreicht haben und so weit gekommen sind, sehen sie sich, zehn Meter von ihrem Ziel entfernt, einem weiteren Hindernis ausgesetzt: hin und her sausende und herabstechende V\u00f6gel. Die \u00dcberlebenden dieser Pl\u00fcnderung haben noch eine Gefahr zu \u00fcberwinden: die Yooten, wuchtige Tiere, eine Mischung aus Mandoril und Ratte (Mandorilkreuzungen sind auf Cadwal weit verbreitet), lethargisch von Veranlagung; sie wandern \u00fcber den Strand und saugen die Larven mit langen R\u00fcsseln auf. Eine absto\u00dfende Kreatur, halb amphibisch, mit rosa und schwarz gesprenkelter Haut, verstr\u00f6mt der Yoot einen widerw\u00e4rtigen Geruch wie viele andere Gesch\u00f6pfe Cadwals auch.<br>Die Larven, welche den Kriegerinsekten, den V\u00f6geln und Tieren entkommen sind, z\u00e4hlen immer noch Millionen. Sie st\u00fcrzen sich in die Brandung, um eine neue Phase ihres bemerkenswerten Lebenszyklus\u2019 zu beginnen.<br>Zwischen den Felsen und Riffen nahe dem Ufer ern\u00e4hren sich die ehemaligen Schmetterlinge von Plankton, verlieren die Beine, bilden einen flexiblen Panzer, fisch\u00e4hnliche Schwanzflossen und werden nicht lange danach tats\u00e4chlich zu f\u00fcnfzehn Zentimeter gro\u00dfen Fischen. Auf ein mysteri\u00f6ses Zeichen hin schwimmen sie nach Osten, fort von Deucas, um eine Wanderung zu beginnen, die sie um die halbe Welt f\u00fchrt. Schlie\u00dflich erreichen sie einen Ort s\u00fcdlich von Ecce, wo eine gewaltige Ansammlung von Seetang in einem Wirbel der Meeresstr\u00f6mung gefangen ist. Die ehemaligen Schmetterlinge, nun drei\u00dfig Zentimeter lange Fische, pflanzen sich hier fort und legen im Seetang Eier. Nachdem sie ihre Bestimmung erf\u00fcllt haben, sterben sie und treiben an die Oberfl\u00e4che. Der aus den Eiern schl\u00fcpfende Krill ern\u00e4hrt sich von den Eltern. W\u00e4hrend des Wachstums durchl\u00e4uft er zehn H\u00e4utungen, bis zum Zustand der Verpuppung, danach krabbeln die Gesch\u00f6pfe hinaus auf den Seetang und trocknen sich die Fl\u00fcgel. Nicht lange danach flattern sie in die Luft und brechen ohne Umst\u00e4nde auf zur Westk\u00fcste von Deucas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Araminta StationJack Vance, 1987\u00dcbersetzt von Andreas Irle681 SeitenEdition Andreas Irle, 2022ISBN-13 978-3-936922-37-0Preis: \u20ac 60,-- Die beiden \u00f6ffneten die T\u00fcr und traten hinaus auf die Plattform. Der Himmel flimmerte von den Fl\u00fcgeln von Millionen Schmetterlingen, die aus allen Teilen Deucas\u2019 eintrafen. 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